Olympia-Kampagne 2004
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Tagebuch der Solidaritätsvelotour  (02.08.04)
Solidaritätsvelotour «Leuven - Athen»
Ein 25köpfiges Veloteam aus Holland und Belgien macht mit einer über 2000 Kilometer langen Tour von Leuven (Belgien) nach Athen (Griechenland) auf die Kampagne «Play Fair bei Olympia» aufmerksam. Diese Woche werden Sie per SMS jeden Tag eine Mitteilung ans Interportal - Blitzlicht senden.

Montag, 2. August 2004
Von Luzern bis Athen sind es noch 1331 Kilometer
SMS-Tagebuch: «Hitze und viel Verspätung. Toller Empfang auf dem Bahnhofplatz Luzern. Alle erhielten einen Käse als Proviant. Sieben Leute durften in die Gratis-Massage gehen. Aber Geburtstag hatte nur einer: Herzliche Gratulation an Eric.»

Am Montag machten sie eine Rast unter dem Bogen auf dem Bahnhofsplatz in Luzern. Ein leichter Sturz und die Sommerhitze machten zu schaffen: mit gut zwei Stunden Verspätung ist das Team schliesslich müde aber zufrieden in Brunnen angekommen.

Spontan erleben die Velofahrer und ihre Kollegin ebenfalls Solidarität aus der Schweiz. Das Physio-Team um Stefan Pollyn in Ibach/SZ hat die schweren Beine mit einer Gratis-Massage aufgelockert. Das war die ideale Vorbereitung, um am Dienstag den Gotthardpass zu überqueren.

Dienstag, 3. August 2004
Ankunft nach der Gotthard-Überquerung in Bellinzona
SMS-Tagebuch: «Die Alpen sind bezwungen. Die Abfahrt machte riesen Spass. Empfang in Bellinzona durch Eishockeyspieler Krister Cantoni.» Die 24 Belgier und ihre holländische Kollegin wurden in Bellinzona von der Dichiarazione di Berna (DB) und dem Tessiner Gewerkschaftsbund empfangen.

Wer in vierzehn Tagen von Belgien nach Athen radelt, muss sich früh auf die Beine machen. Um 13.15 hatte die Solidaritätsgruppe die Gotthardpasshöhe erreicht. Mit nur 30 Minuten Verspätung sind sie am Dienstag um 16.30 Uhr in ihrem Etappenziel angekommen. Diese sportliche Leistung der Leute zwischen 35 und 68 Jahren verdient Anerkennung. Würde und Anerkennung wünschen Sie indes den Menschen, die weltweit Sportbekleidung produzieren.

Mittwoch, 4. August 2004
Hockespieler Krister „Zio“ Cantoni vom HC Lugano
SMS-Tagebuch: «Jeden Tag Überraschungen. Zufällige Begegnung mit Freunden eines Teilnehmers, die zu Fuss von Belgien nach Rom wandern. Empfang durch den Gemeindepräsidenten von Alessandria und eine Fairtrade Organisation.»

Der Hockespieler Krister „Zio“ Cantoni vom HC Lugano engagierte sich persönlich für bessere Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsproduktion. Er nahm in Bellinzona am Empfang der Solidaritätsvelotour «Leuven – Athen » teil, um dem Team zur Gotthardüberquerung zu gratulieren. Mit nur 30 Minuten Verspätung sind sie am Dienstag um 16.30 Uhr in ihrem Etappenziel angekommen.

Am Mittwoch verlassen die 24 Belgier und ihre holländische Kollegin wieder die Schweiz. In einer Mega-Etappe wollen sie die 200 Kilometer von Bellinzona nach Alessandria zurücklegen.

Donnerstag, 5. August 2004
Christa fährt als einzige Frau an der Solidaritätsvelotour mit.
SMS-Tagebuch: «Regen am Morgen. Bei Schwimmbad haben wir einen Unterstand gefunden. Dort arbeiteten drei Jungendliche, die uns Getränke besorgten. Sehr sympathisch. Radio und TV waren dabei plus 2 Seiten in der La Liberazione»

Christa ist die einzige Frau, die im Radteam der Solidaritätsvelotour mitfährt. Doch die holländische CCC-Koordinatorin ist gut trainiert: Regelmässig fährt sie mit dem Velo zur Arbeit: von ihrem Heim in Utrecht nach Amsterdam!

Play Fair bei Olympia" heisst auch das Motto einer weltweiten Solidaritäts-Kampagne. Das Ziel ist, dass das Internationale Olympische Komitee IOK bei der Auswahl von Sponsoren und bei Lizenzvergaben künftig nur Sportbekleidungshersteller berücksichtigt, die den Beschäftigten faire Arbeitsbedingungen garantieren. Der Weg dahin ist noch weit! Auch für das Radteam aus Belgien und Holland: An den kommenden 7 Tagen müssen noch 953 km bis Athen zurückgelegt werden!

Freitag, 6. August 2004
Zwischenverpflegung auf dem Weg nach Athen
SMS_Tagebuch: «Marcello von Rapallo begleitete uns. Bis ans Ziel in Pisa wurde es heute hart. Dafür wurden wir dort mit Flaggen und Transparenten empfangen. Bericht in den Hauptnachrichten von RAI3 – 5 bis 10 Millionen Zuschauer.»

Ein 25köpfiges Veloteam aus Holland und Belgien macht mit einer über 2000 Kilometer langen Velotour von Leuven (Belgien) nach Athen (Griechenland) auf die Kampagne «Play Fair bei Olympia» aufmerksam. Diese Woche senden Sie per SMS jeden Tag eine Mitteilung ans Interportal - Blitzlicht.

"Play Fair bei Olympia" heisst das Motto der weltweiten Solidaritäts-Kampagne. Ziel ist, dass das Internationale Olympische Komitee IOK bei der Auswahl von Sponsoren und bei Lizenzvergaben künftig nur Sportbekleidungshersteller berücksichtigt, die den Beschäftigten faire Arbeitsbedingungen garantieren. Der Weg dahin ist noch weit! Auch für das Radteam aus Belgien und Holland: An den kommenden 6 Tagen müssen noch 835 km bis Athen zurückgelegt werden!

Die Reise wird das Radteam via Pisa, Siena nach Ancona führen, von wo aus sie mit der Fähre nach Griechenland übersetzen. Von Patras aus werden sie ins antike Olympia fahren, bevor sie in Korinth, am Rande der Athener Agglomeration, nach 2108 Kilometern ihre Tour beenden. Am Tag vor der Eröffnung der Olympiade halten sie an einer Pressekonferenz Bilanz zur Solidaritätstour. Damit sie dieses Ziel erreichen und das Reisetempo durchhalten, fahren zwei Begleitfahrzeuge mit Ersatzteilen, Werkzeugen und Verpflegung mit.

Samstag, 7. August 2004
Jef Vanhoof, Teamchef
SMS-Tagebuch: «Marcello von Rapallo begleitete uns. Bis ans Ziel in Pisa wurde es heute hart. Dafür wurden wir dort mit Flaggen und Transparenten empfangen. Bericht in den Hauptnachrichten von RAI3 – 5 bis 10 Millionen Zuschauer.»

„Wir möchten ein Zeichen setzen, damit möglichst viele Menschen in ganz Europa sich der Kampagne «Play Fair bei Olympia» anschliessen und einen Appell für faire Arbeitsbedingungen in der Sportbekleidungsindustrie ans Internationale Olympische Komitee IOK richten“, sagt der Teamchef Jef Vanhoof. Unterdessen sind die 24 Belgier und die Holländerin unterwegs zischen Pisa und Siena. Von Italien werden sie mit der Fähre nach Griechenland übersetzen. An den kommenden 5 Tagen müssen noch 672 km bis Athen zurückgelegt werden!

Franco Marvulli, Profi-Radfahrer (Bahnweltmeister im 2003 und Olympia-Teilnehmer 2004) aus Zürich.
«Hungerlöhne sind nicht fair. Da sollten Sportartikelhersteller nicht mitspielen!» Dies der Kommentar von Radrennfahrer Franco Marvulli zur Kampagne «Play Fair bei Olympia». Dank der Solidaritätsvelotour «Leuven - Athen» wurde er auf die miserablen Arbeitsbedingungen in den Sportbekleidungsfabriken aufmerksam.

Beeindruckt wurde Franco Marvulli, der Bahn-Weltmeister von 2003 aus Zürich, von der Leistung der Belgier und der Holländerin. Während vierzehn Tagen legen diese zwischen 140 und 210 Kilometer zurück, um für die Menschenrechte der Frauen und Männer einzustehen, die Sportbekleidung herstellen.

Ziel ist, dass das Internationale Olympische Komitee IOK bei der Auswahl von Sponsoren und bei Lizenzvergaben künftig nur Sportbekleidungshersteller berücksichtigt, die den Beschäftigten faire Arbeitsbedingungen garantieren. Der Weg dahin ist noch weit! Auch für das Radteam aus Belgien und Holland: An den letzten 3 Tagen mussten noch 449 km bis Athen zurückgelegt werden.

Aktion am 10. August  mit 20 Nähmaschinen auf einem Dach in Sichtweite der Akropolis von Athen.
„Mit dieser Tour haben wir alle unsere eigenen Rekorde gebrochen“, sagte Jef Verhoof, der Sprecher des Teams nach der Ankunft am 12 August in Athen. „Jeden Tag einen Rekord erbringen auch die Näherinnen und Näher in den Sportbekleidungsfabriken. Während uns diese Leistung viel Spass und Freude bereitete, ist die Leistung in den Fabriken eine unmenschliche Schinderei.“

Am 12. August waren alle 24 Belgier und die Holländerin gut in Athen angekommen. Dort trafen sie auf weitere Gruppen der Play Fair bei Olympia Kampagne. Beispielsewise organisierten Frauen eine Aktion vor der Akropolis: Sie setzten sich auf einem Dach in Sichtweite der Akropolis hinter die Nähmaschinen . Mit gesichtslosen Masken bekleidet, machten sie in einem stillen Protest auf die miserablen Arbeitsbedingungen von Hunderttausenden von Fabrikarbeiterinnen aufmerksam: Hungerlöhne, Belästigungen und 16-Stunden Arbeitstage gehören in den Sportbekleidungsfabriken zum Alltag.




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