Pestizide im Kakaoanbau

(c) L. Diane Mull / IIECL
Schwarzhandel und unsachgemässer Gebrauch machen die Pestizide gefährlich für die AnwenderInnen. Problematisch ist auch die Resistenzentwicklung bei den Schädlingen.
Gemäss einer Studie des International Institute for Tropical Agriculture (IITA) verwendeten im Jahre 2002 nur etwa die Hälfte aller Kakao-Bauern in der Elfenbeinküste Agrochemikalien auf ihren Feldern. Trotzdem bringt die Verwendung von Pestiziden durch Kleinbauern in Westafrika Probleme für die Menschen und die Umwelt mit sich:
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Billigpestizide vom Schwarzmarkt
Verschiedene Länder Westafrikas liberalisierten in den vergangenen Jahren ihren Markt für Pestizide, was zu einem rapiden Anstieg der Pestizidpreise führte. Heute können sich viele westafrikanische Bauern keine Pestizide mehr leisten. Darum verzichten sie entweder auf chemische Schädlingsbekämpfung, oder aber sie versorgen sich auf dem Schwarzmarkt mit Billigpestiziden. Diese sind bis zu zehnmal billiger als die offiziell zugelassenen Produkte und daher eine erschwingliche Alternative bei der Schädlingsbekämpfung, die Risiken sind jedoch erheblich. Der inoffizielle und unkontrollierte Handel verursacht und verstärkt gemäss Berichten von Susan Haffmans (Pesticide Action Network Deutschland ) und Stephanie Williamson (Pesticide Action Network United Kingdom ) eine ganze Reihe von Problemen:
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Falsche Handhabung von Pestiziden
Durch den ungeschulten Umgang mit – legal oder illegal erworbenen - Pestiziden gefährden die Bauern ihre MitarbeiterInnen, ihre Familien und auch die Konsumierenden:
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Einige Pestizide, die in Westafrika zur Anwendung kommen, sind:
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Endosulfan wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «moderat toxisch» eingestuft (WHO Klasse II). Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA klassifiziert Endosulfan aber als «highly hazardous». Es ist fischgiftig, wird im Boden nur langsam abgebaut, kann bei Langzeitexposition Leber- und Nierenschäden verursachen, und steht im Verdacht, Geburtsdefekte zu verursachen.
Paraquat ist eines der weltweit am meisten eingesetzten Herbizide (Unkrautvertilgungsmittel). Die Erklärung von Bern und eine Vielzahl von Nichtregierungs-Organisationen, Gewerkschaften und WissenschaftlerInnen weltweit fordern den Produktionsstop dieses hochgiftigen und gesundheitsschädlichen Pestizids.
Krankheiten und Schädlinge – Pestizide helfen nur kurzfristig
Im tropischen Klima gibt es eine Vielzahl von Krankheiten und Schädlingen, die den Kakaobaum befallen können. Vor allem eine als Black Pod Disease bekannte Pilzkrankheit bedroht die Kakaoernte. Schätzungen gehen davon aus, dass die Black Pod Disease für den Verlust von 44 Prozent der weltweiten Kakao-Produktion verantwortlich ist (Nkamleu et al. 2007:146).Eine international weniger ins Gewicht fallende, für die einzelnen Bauern in Westafrika aber ebenfalls ernstzunehmende Bedrohung sind Weichwanzen (Miridae). Bei Weichwanzenbefall kann bis zu 75 Prozent der Ernte verloren gehen. Das Sprühen von Pestiziden, Fungiziden und Herbiziden ist aber nur eine kurzfristige Lösung. Durch den übermässigen Einsatz von Pestiziden bilden sich bei verschiedenen Kakaoschädlingen schnell Resistenzen, und die Chemikalien verlieren ihre Wirkung (jedoch nicht ihre Giftigkeit für die lokale Tier- und Pflanzenwelt).
Quellen:
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