Kinderarbeit auf Kakaoplantagen
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Kinder bei der Arbeit auf der Plantage

(c) International Labour Rights Forum

In der Elfenbeinküste und in Ghana, aus denen rund 60 Prozent der weltweiten Kakaoerträge herkommen, kann sich kein Kind ein Stück Schokolade leisten. Ganz im Gegenteil: Laut einer Studie müssen sich in Westafrika über 250 000 Kinder auf Kakaoplantagen abrackern.

Zwei Drittel der Kinder, die «Kinderarbeit» nach Definition der Internationalen Arbeitsorganisation ILO leisten, arbeiten in der Landwirtschaft. Zusammen mit dem Bergbau und der Bauindustrie gehört die Landwirtschaft zu den drei gefährlichsten Wirtschaftsbereichen. Kinder hantieren dort häufig ungeschützt mit gefährlichen Maschinen und hochgiftigen Pestiziden. Die Arbeitszeiten sind vor allem während der Aussaat und der Ernte extrem lang. Die Gefahr von gesundheitlichen Langzeitschäden ist hoch.

Unsichtbare Arbeit

Die von Kindern verrichtete Arbeit in der Landwirtschaft ist oft unsichtbar, weil die Kinder ihren Eltern und Verwandten helfen oder in anderen Formen von Arbeitsorganisation tätig sind. Diese Arbeit ist normalerweise nicht formell anerkannt, wird statistisch nicht erfasst und bleibt deshalb unbemerkt. Daraus wächst eine Armutsspirale, deren Auswirkung in einem enorm reduzierten Zugang zu Schulbildung endet. Dies gilt auch für Kinder, die auf Kakaoplantagen arbeiten.

Das Problem der Kinderarbeit auf Kakaoplantagen ist besonders in Westafrika verbreitet. Das Sustainable Tree Crops Programme (STCP) vom International Institute of Tropical Agriculture (IITA) spricht in seiner Studie von über 250 000 Buben und Mädchen, die unter ausbeuterischen Bedingungen auf westafrikanischen Kakaofarmen arbeiten. Am stärksten betroffen davon ist die Elfenbeinküste, wo 40 Prozent des weltweit gehandelten Kakaos produziert wird.

Mit Macheten und Pestiziden ausgerüstet

Über 60 Prozent der arbeitenden Kinder sind unter 14 Jahre alt und 40 Prozent von ihnen sind Mädchen. Mehr als die Hälfte der Buben und Mädchen mischen und sprühen Pestizide ohne Schutzausrüstung, und praktisch alle benutzen Macheten, um die Kakaoschoten zu ernten, hohe Bäume auszulauben und Büsche abzuholzen, damit es Platz für die Plantagen gibt.

Über das Ausmass der Kinderarbeit gehen die Meinungen auseinander. Industrie, NGOs, Universitäten, Medien, internationale Organisationen und Regierungen gehen von verschiedenen Annahmen aus. Inzwischen bestreitet aber niemand mehr die Tatsache, dass Kinderarbeit und Kindersklaverei ein grosses Problem in der Schokoladeproduktion darstellen. Man ist sich einig: Jedes ausgebeutete Kind ist eines zuviel.

Nicht jede Form von Kinderarbeit muss bekämpft werden

Doch nicht jedes Kind, das arbeitet, wird ausgebeutet. Nicht jede Form der Kinderarbeit muss bekämpft werden. In vielen Gegenden der Welt hat die Mitarbeit von Kindern eine wichtige Funktion in der Erziehung: Kinder wachsen so in ihre spätere Rolle hinein und übernehmen mit ihren wachsenden Fertigkeiten Stück für Stück Verantwortung. Hingegen darf solche Arbeit nicht in Ausbeutung münden.
  Konventionen und Empfehlung der ILO zum Thema Kinderarbeit
  Oversight of Public and Private Initiatives to Eliminate the Worst Forms of Child Labor in the Cocoa Sector in Côte d’Ivoire and Ghana
  Neue Studie zeigt: Kinderarbeit auf Kakaofarmen bleibt Riesenproblem


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