Gerecht produzierte Kleider – ein frommer Wunsch?
Der Kunde ist vielleicht König, dennoch werden nicht alle Wünsche einer kritischen Kundschaft erfüllt. Wollen wir Kleider kaufen, die unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt worden sind, begeben wir uns auf eine schwierige Suche. Wir entdecken wohl die Produkte der Organisationen, die den gerechten Handel unterstützen und sich für eine alternative Wirtschaft einsetzen. In herkömmlichen Geschäften ist unsere Suche jedoch oft vergeblich.
Die Versprechen der Anbieter
Um den Forderungen der Konsumenten nachzukommen oder um sie vorwegzunehmen, haben einige Unternehmen ihren Willen bekundet, die Menschenrechte bei der Arbeit zu respektieren. Sie haben bei der Konkretisierung ihres Engagements verschiedene Wege gewählt: Unterstützung von sozialen Projekten, Spenden an karitative Organisationen oder Definieren eines Verhaltenskodexes.
Ein realistischer Traum
Die Konsumenten haben mit ihrer Meinung über eine Firma Einfluss auf sie. Wenn sie sich genügend laut und mit Nachdruck äussern, werden sie gehört. Die ökologischen Forderungen haben ihre Wirkung gezeigt: Das Angebot an umweltfreundlich produzierten Kleidern ist in den letzten Jahren gestiegen. Jetzt ist es an der Zeit, den sozialen Fragen Gehör zu verschaffen. Wann werden die Ladenregale voll von unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellten Kleidern sein?
Drei Schritte auf dem Weg zu gerecht produzierten Kleidern:
- Verhaltenskodex: die Firma setzt sich dafür ein, dass ein vollständiger Katalog von sozialen Mindestnormen eingehalten wird. Dies gilt für sämtliche Lieferanten wie auch für alle Unterlieferanten. Obwohl hier die Firmen beachtliche Fortschritte gemacht haben, sind viele Kodizes noch unvollständig bezüglich der Gewerkschaftsrechte, der Arbeitszeiten und der Löhne.
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- Umsetzung: Damit der soziale Kodex einen positiven Einfluss auf die Beschäftigten zeitigt, muss die Firma diesen wirksam umsetzen und bekannt machen. Denn oft werden die garantierten Rechte den Firmen nicht mal mitgeteilt, und Beschwerdeverfahren fehlen. Zudem muss die Beschaffungspolitik (Einkaufspreise, Lieferfristen, Planung) entsprechend angepasst werden.
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- Unabhängige Kontrolle: Gemeinsam mit Nicht- Regierungsorganisationen (NGO) und Gewerkschaften wird die Einhaltung des Kodex überprüft. Dadurch sollen die Beteiligung der Beschäftigten, die Transparenz über die erfolgten Massnahmen und die erzielten Resultate gewährleistet werden. Die Fair Wear Foundation wird von der CCC als Verifizierungsstelle favorisiert, das diese den Verifizierungsansatz heute am umfassendsten betreibt.
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Die CCC fordert damit lediglich Minimalstandards (Grundrechte). Alle drei Schritte müssen aber umgesetzt werden, damit die Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie effektiv verbessert werden.